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Kooperation – Organisation

„Können wir zusammenarbeiten … ohne irgendein Ziel vor Augen zu haben? Können Sie und ich kooperieren, ohne ein Resultat anzustreben? Das ist zweifellos echte Zusammenarbeit.“ Krishnamurti

„Können wir zusammenarbeiten … ohne irgendein Ziel vor Augen zu haben? Das mag provozierend klingen. Ein wesentliches Merkmal eines Unternehmens oder einer Organisation ist, dass mehrere Menschen arbeitsteilig kooperieren um ein Ziel zu erreichen. Kooperieren ohne dabei ein Ziel zu verfolgen? Was soll das?

OE
Unternehmerische Handlungsfelder, P.Frank

Ich verstehe das so, dass es bei ‚echter Zusammenarbeit‘ darum geht, keine verdeckten, individuellen Ziele und Resultate anzustreben, die das gemeinsame Anliegen, das gemeinsame Ziel in den Hintergrund drängen oder nur dem Vorteil einzelner dienen. Das Verfolgen individueller Ziele, die Suche nach dem persönlichen Vorteil, ist eine zentrale Triebfeder unseres traditionellen ökonomischen Handelns.  Und die Mit-Akteure und die Umwelt werden hierbei leicht zum Objekt der eigenen Interessen und Ziele gemacht. Wenn wir nachhaltig und Gemeinwohl-orientiert wirtschaften, tritt das gemeinsame Anliegen –  das gute Leben für alle – ins Zentrum aller Handlungen. Das ist ‚echte‘ Zusammenarbeit. Hierfür bedarf es adäquater Führungs-, Entscheidungs- und Kooperationsstrukturen, die einerseits erlauben, dass jeder gehört wird und sich einbringen kann, die aber auch sicherstellen, dass das Unternehmen / die Organisation Entscheidungs- und Handlungsfähig bleibt und insbesondere seinen Zweck nicht aus den Augen verliert.

Werteorientiertes Management

„Verstehen heißt, dass wir allen Dingen die ihnen angemessene Bedeutung, den angemessenen Wert geben.“ Krishnamurti

Wenn die Welt, mit all ihren sozialen und ökologischen Problemen, das Ergebnis ‚unseres‘ Denkens und Handelns ist und wir selbst nicht nur die Opfer, sondern auch die Akteure sind, die diese Probleme hervor bringen, stellt sich natürlich die Frage, ob wir den Dingen und unseren Handlungen den angemessenen Wert geben. Aber was sind die angemessen Werte? Und was bedeutet das im Unternehmens- und Organisations-Kontext?

Die Frage nach den angemessenen Werten kann jeder nur für sich selbst beantworten. WertekompassDie Frage(n) nach dem ‚angemessenen‘ Wert – was ist mir wichtig, wofür fühle ich mich verantwortlich, wie lebe ich das konkret? – zieht sich durch alle Führungsaufgaben der Entwicklung, Lenkung und Gestaltung von Unternehmen.   Werte sind die Orientierung gebenden Landkarten des 21. Jahrhunderts und helfen die Frage nach dem „Warum?“ zu beantworten.

Die Entwicklung von Unternehmen und Organisationen, die Anpassung an sich verändernde Rahmenbedingungen, ist die wesentliche Aufgabe zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit.  Die aktive Gestaltung des sich bereits abzeichnenden Paradigmenwechsels hin zu deutlich mehr Stakeholder-Orientierung, wird eine der  großen Herausforderungen für Unternehmen werden. Die Fähigkeit zur gemeinsamen Beantwortung der Frage nach dem Warum dürfte zukünftig eine der wichtigsten Kernkompetenzen zur Sicherung der Lebensfähigkeit von Unternehmen sein. Youtube Video: Peter Kruse – Wandel der Arbeitswelt

Lenkung (oder Controlling): Natürlich unterscheidet sich auch die Art der Lenkung in einem Unternehmen, je nach dem, welchen Werten besondere Bedeutung gegeben wird. Ein Unternehmen das unter Nachhaltigkeits-Gesichtspunkten geführt wird, braucht zusätzlich zum Finanzcontrolling noch andere Instrumente und eine andere Art der Lenkung, als ein Unternehmen,  das sich im Wesentlichen nur an wirtschaftlichen Kriterien orientiert. Lenkung bedeutet in diesem Zusammenhang, auf Basis der Unternehmenswerte adäquate soziale, ökologische und finanzielle Ziele zu definieren, die entstehenden Zielkonflikte offen zu thematisieren und durch geeignete Lenkungsmaßnahmen die Zielerreichung nicht aus den Augen verlieren. Lenkung oder Nachhaltigkeits-Controlling schafft die Voraussetzung für die Anpassungsfähigkeit, Reaktionsfähigkeit und Koordinationsfähigkeit von Unternehmen und Organisationen.

Gestaltung (oder Organisation) umfasst die notwendigen grundlegenden Regelungen und Orientierungen wie Kooperation innerhalb des  Unternehmens und mit den jeweiligen Berührungsgruppen stattfinden soll. Auch hier gibt es spezifische entsprechende Anforderungen, die sich aus der jeweiligen Werte-Orientierung im Hinblick auf die Art der Kooperation oder Entscheidungsfindung ergeben.

Nachhaltiges Finanzcontrolling für Werte-orientierte arbeitende Unternehmen und Organisationen: Werte und Finanzen im Blick

Was ist die angemessene Bedeutung, der angemessene Wert des Geldes? Wenn Geld nicht der Zweck des Wirtschaftens ist – und dass er das nicht sein kann erschließt sich jedem der sich mit diesem Thema einmal intensiv auseinandersetzt – was ist dann der Zweck des Wirtschaftens und welche Funktion das das Geld hierbei?

Geld erfüllt eine wichtige Funktion, indem es wirtschaftliches Handeln wie wir es kennen überhaupt erst ermöglicht und für Unternehmen auch ein Indikator für deren Lebensfähigkeit darstellt. Ohne Liquidität ist ein Unternehmen oder ein Projekt nicht lebensfähig.  Geld ist ein Synonym für die Energie, die ein Unternehmen oder ein Projekt benötigt um lebensfähig zu bleiben und ihren Sinn zu verwirklichen. Und deshalb ist eine sorgfältige Betrachtung der finanziellen Auswirkungen unternehmerischer Entscheidungen auch für Unternehmen und Organisationen, die mit ihren Produkten und Leistungen einen Beitrag zu einem besseren Leben leisten wollen, von entscheidender Bedeutung.

Den Unterschied zwischen Nachhaltigem Finanzcontrolling und klassischem Finanzcontrolling macht die Orientierung am Beitrag für ein besseres Leben. Zu einem besseren Leben beitragen, ist der Zweck des Wirtschaftens und das Geld dient dazu, diesen Zweck zu erfüllen. Geld dient somit dem Zweck, es ist nicht der Zweck. Daher bedeutet finanzielles Nachhaltigkeitscontrolling die konsequente Ausrichtung und Lenkung des Unternehmens hin auf den Unternehmenszweck unter gleichzeitiger Beachtung der finanziellen Sicherheit.

Es reicht also nicht aus die (wirtschaftlich) richtigen Dinge richtig zu tun, sie müssen auch auf richtige Art und Weise getan werden.  Werte und Finanzen müssen gemeinsam im Blick behalten werden. Mein Beratungs-Angebot umfasst neben der Werte-orientierten Unternehmensführung und Controlling auch das ‚klassische‘ Finanzcontrolling und wird somit zu einem umfassenden Nachhaltigkeitscontrolling. Es richtet sich primär an Unternehmen und Organisationen im Profit und Non-Profit Bereich, die neben ihrer Werte-orientierten Ausrichtung, für sich auch die Vorteile und den Nutzen betriebswirtschaftlicher Lenkung (Controlling) erkannt haben und die hierfür eine Begleitung und Unterstützung suchen , die Werte und Finanzen im Blick behält.

Zitate zur Gemeinwohlökonomie

Die Gemeinwohl-Ökonomie bringt ein außergewöhnlich weises Verständnis der Wirtschaft und ihrer Auswirkungen zum Ausdruck. Sie ist ein praktisches Modell, das dem Menschen dient, die Natur integriert und auf einer echten Demokratie basiert. Die GWÖ spiegelt eine Intelligenz wider; ihre Anwendung wird immer wichtiger, um das Wirtschaftswachstum und sein Maß, das BIP, in Frage zu stellen, da dieses nur die Geschwindigkeit anzeigt, aber weder die Zielrichtung noch reale Kosten darstellt.“

Federico Aguilera Klink, Professor für Angewandte Wirtschaftswissenschaften an der Universität La Laguna (Teneriffa/Spanien), 2004 Preisträger der vom Umweltministerium verliehenen Lucas Mallada für Wirtschaft und Umwelt

 

„Man mag die Forderungen der GWÖ heute ruhig für utopisch halten, aber angesichts der nicht nur ökosphärischen Grenzen gilt die Losung: Seien wir realistisch, fordern wir das Unmögliche!“

Helge Peukert, Professor am Lehrstuhl für Finanzwissenschaft und Finanzsoziologie an der Staatswissenschaftlichen Fakultät – Universität Erfurt

 

Die Gemeinwohlökonomie vollzieht den Schritt von der marktmetaphysischen Gemeinwohlfiktion des Neoliberalismus zu einer an konkreten Kriterien der Lebensdienlichkeit orientierten Wirtschaftsform. Sie repräsentiert damit die Vorhut eines neuen, nachhaltigen Unternehmertums.“

Dr. Peter Ulrich, emeritierter Professor für Wirtschaftsethik an der Universität St. Gallen (HSG)

 

„The ECG is a viable alternative economy concept that is spreading in Europe and that asks the all-important question: What positive contribution does your organization bring to society? The ECG Matrix is an awesome tool to self-evaluate! At Business School Lausanne, it highlighted important blind spots that allowed us to sharpen our mission and embrace entirely new actions. Possibly the most significant strategic impulse at BSL in the past decade!“

Dr. Katrin Muff, Prof. in Sustainability & Responsibility, Business School Lausanne

 

Die Orientierung am Gemeinwohl ist für mich das wichtigste Fundament der Zukunft und damit auch jeder künftigen Produktivitätssteigerung.“

Helmut Lind, Vorstandsvorsitzender, Sparda Bank München eG

 

„Nur eine auf das Gemeinwohl orientierte Wirtschaft wird dem universellen Anspruch der Menschenrechte auf eine soziale Weltordnung gerecht, in der alle Menschen in Freiheit von Angst und Not, in Gleichheit, Sicherheit und Menschenwürde leben können.“

Prof. Dr. Manfred Nowak, Leiter des Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte

 

„Die Gemeinwohl-Ökonomie praktisch zu machen ist die vielleicht wichtigste Herausforderung unserer Generation.“

Otto Scharmer, Senior Lecturer, MIT; co-founder, MITx u.lab

 

„Gemeinwohlökonomie sehe ich als konstruktive Einbettung der Wirtschaft in die Gesellschaft. Das gilt nicht zuletzt auch finanzwirtschaftlich und als Bestandteil eines nachhaltigen Geschäftsmodells für Banken.“

Prof. Dr. Joseph Huber, Ökonom und Sozialwissenschaftler, Vordenker der Vollgeldreform.

Weshalb ich die Gemeinwohlbilanz als Tool für Nachhaltigkeits-Controlling verwende

Die Gemeinwohlbilanz ist ein weit entwickeltes Tool zur nachhaltigen Unternehmensführung, das durch die Fragen „Was ist mir wichtig?“ und „Wofür fühle ich mich verantwortlich?“ einen 360° Blick auf die soziale und ökologische Dimension des unternehmerischen Handelns ermöglicht. Durch die Kombination von vier Wertekategorien (was ist mir wichtig?) und fünf Berührungsgruppen (wofür fühle ich mich verantwortlich?) entstehen zwanzig Aspekte (die im Übrigen sämtliche 17 Aspekte der Sustainable Development Goals SDG’s der UN umfassen) anhand derer man einen umfassenden Blick auf die sozialen und ökologischen Wirkungen eines Unternehmens / einer Organisation gewinnen kann. Innerhalb jedes Aspekts wird durch eine Reihe von Fragen die konkrete Beziehung des Unternehmens zu seinen Berührungsgruppen untersucht.

Anhand der zu jedem Aspekt definierten Bewertungskriterien können sich die Unternehmen im Hinblick auf ihren Beitrag zum Gemeinwohl bewerten (lassen) und zukünftige Ziele und Vorgehensweisen ableiten. Darüber hinaus ermöglicht die Struktur der Gemeinwohlbilanz mit vier Wertekategorien und fünf Berührungsgruppen auch flexible und partizipative Möglichkeiten der organisatorischen Einbindung eines Nachhaltigkeits-Managements.

Die  Gemeinwohlbilanz erfüllt darüber hinaus auch die Anforderungen der EU-Berichtspflicht zu nichtfinanziellen Fragen. Selbst wenn Sie auf Grund ihrer Unternehmensgröße hiervon nicht direkt betroffen sind, kann das für ihr Unternehmen von Bedeutung sein, wenn Sie Lieferant direkt oder indirekt betroffener Unternehmen sind.